3. Meisterschaftsspiel Herren - Penalty-Kracher gegen Herisau

03 Okt 2021

 Sind die Flyers nervenstark oder nervenschwach? Das ist seit dem letzten Spiel gegen Widnau die grosse Frage. Damals schenkte die Mannschafft fast einen komfortablen 5:1 Vorsprung her, gewann am Ende aber doch noch 9:5. Zeugte dieser Zittersieg nun von mentaler Anfälligkeit oder mentaler Stärke? Wie auch immer: An diesem Spieltag, in der «heiss geliebten» Parkett-Halle von Heiden, hatten die Flyers erneut die Chance ihre mentale Verfassung unter Beweis zu stellen.

Die Mannschaft zeigte sich im ersten Drittel Bärenstark. Patrick Lutz eröffnete das Score nach einer schönen Kombination. Was für ein Startfurioso der Trimmiser! Es folgten Treffer von Maurus «Tänni» Tannò, Nicolas «the General» Boner (ein Hammer ins «Eckli») und Sandro «Sända» Loretz. 4:0 lautete das Score zur ersten Drittelpause. Herisau war definitiv noch nicht im Spiel angekommen, umso mehr hingegen die Trimmiser.

In der Kabine mahnte das Trainertrio* die Mannschafft. «Es steht nach wie vor 0:0 – mit diesem Gedanken im Kopf müssen wir weiterspielen!», sagte Spielercoach Dario Keller. Das Team nahm es sich zu Herzen. Und Keller selbst ging gleich mit gutem Beispiel voran: Mit einem Strich von einem Schuss schloss er zum 5:0 ab. Wow - wenn das so weitergeht gibt es ein «Stängeli» hier in Heiden! Denkste. Nun brauste Herisau auf. Boner hatte wohl Mitleid mit dem Gegner und legte einem Herisauer Stürmer den Ball perfekt auf die Kelle. Dieser liess sich nicht zweimal bitten: 5:1. Halb so wild: Die Flyers hatten ja noch ein bequemes Polster von vier Toren. Den Vorsprung galt es nun im letzten Drittel zu verteidigen.

Nun ereignete sich aber der «Ketchup-Effekt» bei den Herisauern. Lange haben sie die Flasche geschüttelt, mit vielen Abschlüssen auf Flyerstorhüter Damian Menig, und jetzt im letzten Drittel schoss das ganze Ketchup raus – sprich, die Bälle landeten einer nach dem anderen im Trimmiser Kasten. Tatsächlich schafften die Appenzeller die Wende mit vier Treffern im letzten Drittel.

Verlängerung - Die zehn Minuten Überzeit brachten nicht die Entscheidung. Diese musste vom Penaltypunkt fallen. Wer soll nun schiessen? Coach Keller schaute den Spielern in die Augen. Diejenigen, die den Blick erwiderten, fragte er: «Schiesst du?» Fünf liessen sich finden. Sandro Loretz lief zuerst an. Aber was machte er da! Er tänzelte um den Ball herum, drehte sich im Kreis. Man meinte, er habe den Ball aus den Augen verloren! Doch mit einer schnellen Bewegung zog er die Kugel leicht zurück und düpierte auf diese Weise den «Hexer»-Goalie aus Herisau.

Weiter ging das Penaltyschiessen: Menig hielt. Keller umlief den Torwart gekonnt zum 2:0. Menig parierte erneut. Boner verschoss. Menig kassierte. Andri «Nätscha» Nay verschoss. Menig hielt und zeigte es mit dem wedelnden Zeigefinger an: «Ich lass heute keinen mehr durch!» Wenn Mauro Niederdorfer nun trifft, gehen die zwei Punkte an die Flyers. Der Center blieb die Ruhe selbst: Ohne grosses Tohuwabohu versenkte er den Ball im Netz. 6:5 nach Penaltyschiessen: Die Flyer liegen sich in den Armen.

Fazit des Spiels: Die Flyers waren zwar nicht perfekt, aber sie bewiesen Kampfgeist. In Extremnis ergatterten sie sich den Sieg. Nächster Match in zwei Wochen: Erneut in Heiden, aber dann gegen Heiden. Auch dann wird wieder mentale Stärke gefragt sein. Die Trimmiser grüssen derweil vom dritten Tabellenplatz. Let’s Go Flyers!

*Das Trainerteam der Calanda Flyers besteht seit letzter Saison aus den drei Spielern: Silvan Schüpfer, Dario Keller und Maurus Tannò.